Das Ende der Geduld

OFFENE EMAIL
Betr.: Unsere Eheschließung in Bremen

Von: Georg Falkenhagen und Jörg Falkenhagen-Röfer
28219 Bremen

An: petra.konzok@stadtamt.bremen.de u.a.

Sehr geehrter Herr Senator Mäurer,
sehr geehrte Frau Konzok,
sehr geehrte Damen und Herren,

aus der Presse (http://orange.handelsblatt.com/artikel/32187) erfuhren wir, dass es in "Bremen zum Beispiel bei 900 Lebenspartnerschaften erst einen einzigen Antrag auf Eheschließung" gäbe, womit wir wohl gemeint sind.

Denn wir hatten uns ja auch schon am 17. und 21. Juli 2017 sowohl brieflich, als auch per Email an Sie mit dem Begehren gewandt, möglichst bald unsere seit dem 10. August 2001 bestehende Eingetragene Lebenspartnerschaft in die bürgerliche Ehe umwandeln zu wollen.
Und zwar kostengünstig (Schreibtischlösung) für beide Seiten, für uns insbesondere (als Grundsicherungsempfänger) kostenlos (wie bei der Meldebestätigung auch).
Frau Konzok als Leiterin des Standesamts Bremen-Mitte rief uns zwar an und teilte per Email mit, dass man sich "schnellstmöglich mit uns in Verbindung setzen würde, sobald die genauen Eckdaten bekannt sind."

Wir sind daher sehr enttäuscht feststellen zu müssen, dass unsere Heimatstadt wohl doch sehr verschlafen ist und sich in dieser Sache von Niedersachsen die Schau stehlen lässt. Denn dort kann unsereiner schon am Sonntag, dem 1. Oktober 2017 richtig heiraten: http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Ehe-fuer-alle-Erste-Paare-von-2001-wollen-nun-auch-zuerst-heiraten

Wir haben uns am Montag, dem 17. Juni 1985 (damals noch Feiertag), hier in Bremen in einer Diskothek kennen gelernt, leben seither wie Eheleute zusammen und wollen noch vor dem 7. Oktober 2017 heiraten. Dann wird der Ältere von uns nämlich 68 Jahre alt, im Gegensatz zur "DDR". Auch deswegen wäre es schön, wenn Bremen uns trotz des neuen Nationalfeiertages am 3. Oktober 2017 (Dienstag) vorher heiraten ließe oder wenigstens endlich verbindlich einen Termin zur Hochzeit nebst Gebührenhöhe verlauten lassen würde.

Mit vorzüglicher Hochachtung
Georg Falkenhagen
Jörg Falkenhagen-Röfer
SACHSEN
Ehe für alle: Die Freude bei lesbischen und schwulen Paaren in Mainz ist nicht ungetrübt

Streitbarer Jurist

5-Jähriger reagiert auf Coming-out seines Bruders

Mahnung

25 Jahre „Aktion Standesamt“ Vor 25 Jahren, am 19. August 1992, haben der damalige Schwulenverband (SVD) und die Schwulen Juristen gemeinsam die „Aktion Standesamt“ organisiert. Damit war der Startschuss für den gesellschaftlichen Kampf um die Ehe für Alle gefallen. Am 01. Oktober ist es nun soweit und gleichgeschlechtliche Paare dürfen heiraten. „Es darf jetzt nicht passieren, dass die Umsetzung der verabschiedeten Gesetze durch eine willkürliche Blockadehaltung innerhalb der Verwaltung verschleppt wird.“, erklärten Gabriela Lünsmann, Vorstandsmitglied vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD), und Dirk Siegfried von den Schwulen Juristen. „Wir fordern den Bundesinnenminister Thomas de Maizière, die Innenministerien der Länder sowie die Standesämter nachdrücklich auf, die tatsächliche Möglichkeit einer gleichgeschlechtlichen Eheschließung mit Inkrafttreten der Eheöffnung am 01. Oktober auch wirklich überall in Deutschland sicherzustellen. Die Gesetzesänderungen sind unabhängig von der parteipolitischen Einstellung innerhalb einzelner Verwaltungen korrekt und termingerecht umzusetzen.“

Die Wahrheit zwischen den Zeilen

Interview mit YouTubern Es ging um Autos, ums Abi und natürlich auch um Donald Trump: Angela Merkel stand vier YouTube-Stars Rede und Antwort. So lief das Interview.

Auszug:

Schnell war klar: Diese Videostars wollten nicht enden wie der erste YouTuber, der zum Merkel-Interviewer wurde: Der damals 27-jährige LeFloid hatte Merkel 2015 getroffen und war im Angesicht der Kanzlerin plötzlich ungewohnt handzahm, womit er sich keinen Gefallen tat. Als Merkel ihre Ablehnung der Homo-Ehe bekräftigte, wozu LeFloid eigentlich eine andere Meinung hat, sagte er zum Beispiel nur: "Absolut."

Diese vier YouTuber traten anders auf. Nur Beauty-Bloggerin Isik rutschte nach einer Antwort mal ein verlegenes "Okay, ja, das ist ja super" heraus.
(...)
Merkel überstand alles ohne Patzer: also gut. Es half, dass die vier Interviewer nicht allzu heftig nachhakten. Mit kleineren Unwahrheiten kam die Kanzlerin problemlos durch. So konnte sie bei der Frage nach ihrer Ablehnung der Ehe für alle sagen, dass sie zwar mit "Nein" gestimmt, sich aber dafür eingesetzt habe, dass die Abstimmung stattfindet, die zu einem "Stück Befriedung in der Gesellschaft" geführt habe.

Dass Merkels Halbsatz bei einem "Brigitte"-Interview eine übers Knie gebrochene Abstimmung zur Folge hatte und eine mittlere Koalitionskrise auslöste, fand hier natürlich keine Erwähnung.

Aufklärung für Erwachsene

Erziehung Ziehen gleichgeschlechtliche Paare ein Kind groß, fehlt zwar das männliche oder weibliche Rollenvorbild. Das beeinflusst laut einer Studie aber nicht, wie sich die Genderidentität der Kinder entwickelt.

FAKTEN

Christliche Gegner hatten zu einem "Marsch für die Familie" aufgerufen Mit Regenbogenfahnen und teils ausgefallenen Kostümen haben Tausende Menschen in Prag für mehr Respekt gegenüber Homosexuellen demonstriert. Die bunte Parade am Samstag war der Höhepunkt des Festivals "Prague Pride", das bereits zum siebten Mal stattfand.

"Katholische SonntagsZeitung" In der offiziellen Zeitung des Bistums Regensburg wettert die 57-Jährige gegen Schulaufklärung über LGBTI und fordert anschließend dazu auf, die "Gottesmutter im Gebet anzurufen".

Trauungsbarometer

Nordrhein-Westfalen Nach der Öffnung der Ehe für Homosexuelle trudeln bei den Standesämtern in Nordrhein-Westfalen immer mehr Anfragen für Trauungstermine ein. Groß ist die Nachfrage etwa in Köln mit mehr als 100 Anfragen.

Gleichgeschlechtliche Liebe im Verborgenen Im Landkreis Northeim gibt es trotz des neuen Gesetzes, das gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe ermöglicht, bisher nur wenige Homosexuelle, die ab Oktober ihre eingetragene Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln lassen wollen.

Aua!

AUER PFARRER VERGLEICHT HOMOSEXUALITÄT MIT „MEHLSTAUB-ALLERGIE“

Homophobie-Zunahme

Zahlen aus dem Innenministerium
Die Behörden registrieren mehr politisch motivierte Übergriffe gegen Schwule, Lesben und Transsexuelle: Nach SPIEGEL-Informationen stieg die Zahl der homo- und transphoben Straftaten im ersten Halbjahr 2017 deutlich an.

Unser Kampf gegen Angriffe muss also weitergehen, ohne Gewalt selbstverständlich, nur mit Worten!

Von den Küsten: Die Pegelstände

HAMBURG Ab Oktober können sich schwule und lesbische Paare trauen lassen. In Hamburg gab es bereits 60 Anfragen für einen Trauungstermin.

Es bleibt also spannend; VENCEREMOS!

Good News aus dem Reich des Bösen

Wichtige Entscheidung Die Hoffnungen von Chudoberdi Nurmatow ruhen nun auf dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte – und auf Berlin.

Schon wieder?

Ratloses Standesamt
In Friedrichshain-Kreuzberg können lesbische und schwule Paare noch keine Ehe für alle oder die Umwandlung ihrer Lebenspartnerschaft anmelden - dem Standesamt fehlt das Rüstzeug. Andere Bezirke sind weiter.

Schon wieder?

Mich erinnert das sehr an die Zeit, als die "Eingetragene Lebenspartnerschaft" eingeführt wurde (Juli / August 2001). Die Berliner Zeitung kommentierte damals "Berlin ist nicht Bayern - oder doch?".
Und später mussten wir dann noch selbst mit Hilfe der vorgenannten Zeitung dafür sorgen, eine ordnungsgemäße Urkunde zu bekommen:

"Ein schwules Paar fühlt sich durch den Text in seiner Heiratsurkunde diskriminiert - Diese oder irgendeine Partnerschaft" – Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/15499332 ©2017

Diesen Kampf gewannen wir. Und dann dauerte es noch mal ziemlich lange, bis wir Lesben und Schwulen das bekommen, was durchaus (auch) als MENSCHENRECHT zu bezeichnen ist.

Unsere öffentlich am 19.8.1992 erhobene Forderung "richtig" heiraten zu dürfen, wurde also auch erfüllt. Und schon wieder haperts beim Vollzug.

Typisch Deutschland! Andere Staaten des Westens sind weiter, sogar Großbritannien und die USA.
Angesichts der anstehenden Wahlen erkennen wir das Politische in unserer Liebe. Hat doch auch was, schon wegen der Nazi-Vergangenheit der Deutschen. Dass nun endlich auch unsere Opfer aus der furchtbarsten und danach "bleiernen" Zeit Wiedergutmachung erfahren, freut uns. Nur leider sind die ja fast alle tot.

Aber zurück zur Sache:

Wir wohnen jetzt wieder in Bremen (Unterweser) und wollen unseren Personenstand hier schnellstmöglich in die echte Ehe "umwandeln", und zwar sofort am Sonntag, 01.10.2017. Die erforderlichen Papiere haben wir schon (beglaubigte Auszüge aus den Geburtenregistern des jeweilgen Standesamts: 20 Euro; schon mal bezahlt 2001).

Dem Innensenator haben wir bereits in einem persönlichen Schreiben mitgeteilt, dass wir es ungerecht fänden, wenn wir für die eigentliche Heirat jetzt noch einmal etwas bezahlen müssten, zumal wir das gerne am Schreibtisch des Standesbeamten/der Standesbeamtin erledigen. Ohne Tamtam, hatten wir schon am 10. August 2001.

Seine Antwort steht noch aus. Dass wir arm sind (Grundsicherungsempfänger) und schon deshalb von Sozialdemokraten hier Kostenfreiheit fordern müssen, weiß er wohl nicht ...

Auch gut, denn am 24.09. ist ja Bundestagswahl. Da machen wir mit, sicherheitshalber per Brief. Zu CSD-Paraden gehen wir nicht mehr hin.

Obwohl, nach langer Zeit gibt es ja auch in Bremen wieder einen CSD. Vielleicht machen wir ja mit und singen zum Marschtritt sehr laut:

LINKS, zwo, drei, vier, LINKS, LINKS, LINKS.

Vielleicht lässt sich der zu erwartende Rechtsruck in Deutschland dadurch ja verhindern. Und dazu trinken wir dann nicht etwa Champagner, Prosecco, Cola, Limo oder gar Wasser.
Nein, Eierlikör sollte es sein, denn das passt besser in unsere Zeit!

Offener Brief

An: SPD-Präsidium, Berlin, Wilhelmstraße, per Telefax:

Betr.: Ihre Chancen bei der nächsten Bundestagswahl

Sehr geehrte Damen und Herren,
werte Genossinnen und Genossen,

mein künftiger Ehemann und ich sorgen sich um eure Wahlchancen am 24. September 2017.
Das liegt daran, dass ihr die soziale Gerechtigkeit zwar propagiert, aber offensichtlich nicht durchzuführen traut.

Erkennbar ist eure gespaltene Strategie schon bei der "drohenden" Einführung der Ehe für Alle, vulgo "Homo-Ehe".

In Bremen zum Beispiel bekommt man zwar als Hartz IV-Geschädigter bei der benötigten einwohneramtlichen Meldebescheinung bei Vorweisung entsprechender Nachweise Sozialrabatt (gratis statt € 7,50), der eigentliche Akt, selbst als "Schreibtischlösung" soll laut Genossen Ulrich Mäurer den Betroffenen - auch armen Leuten! - Geld kosten.

Das finde ich ziemlich unverschämt!

Merkt ihr gar nicht, dass die LINKE reüssiert, während die SPD darbt? Woran das wohl liegt? Ja, genau an Herrn Hartz und dem Kanzler-Ex Gerhard Sch.

Verdammt noch mal, Genossinnen und Genossen, warum schafft ihr es nicht zu begreifen, dass der SGB II-Grundsicherungssatz auf das Niveau der jeweiligen Pfändungsfreibeträge gemäß Zivilprozessordnung (Zwangsvollstreckung) angehoben werden muss, um den sozialen und Rechts-Frieden zu wahren?

Nur weil das von dem abtrünnigen Lafontaine und seiner neuen Frau stammt, muss das ja nicht "automatisch" schlecht sein!

Viele Menschen, die es nicht so gut haben wie ihr, raten dringendst zu einer Versöhnung der deutschen fortschrittlichen Kräfte. Sonst stirbt die Hoffnung auf Prozente als Paroli gegen die so genannten Christen schon, bevor es überhaupt richtig los geht.

Mit sozialen Grüßen
Georg W. Falkenhagen

Gute Menschen im Fernen Osten

Ringen um Akzeptanz Japan ist der einzige G7-Staat, der weder eingetragene Lebenspartnerschaften noch die Ehe für alle akzeptiert. Fünf Politiker wollen das ändern und sich auf lokaler Ebene für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender einsetzen.

Konsequenz

Bremer Standesamt Bisher gab es wenige Anfragen beim Standesamt Bremen-Mitte zur neuen Ehe für alle. Der Lesben- und Schwulenverband wehrt sich bundesweit gegen eine Gebühr für die Umwandlung. (...)

Und deshalb folgende WAHLEMPFEHLUNG zur deutschen Bundestagswahl am Sonntag, den 24. September 2017:

1) Auf jeden Fall an der Wahl teilnehmen. Notfalls vorher per Briefwahl, falls man nicht ins (Wahl-)Lokal gehen will oder kann.

2) Wählbar sind nur die LINKEN.

3) Unwählbar sind: SPD, Grüne, CDU, CSU, AfD und Splitterparteien.

Anders lässt sich die offensichtlich fehlende SOZIALE GERECHTIGKEIT ohne Gewalt nicht durchsetzen, außer an der Wahlurne!

Alter

Ralf König: "Es ging mir sehr in die eigene Unterhose"